Prof. Dr. Wilhelm Schäfer

»Today, software is required to be a commercial product. It must meet high quality demands and its production has to be cost-efficient. We work on methods and tools which support the improvement of software quality and especially target embedded systems. Many of the achieved results are turned into commercial products in close collaboration with small and large enterprises.«

Dienstag, 24. August 2010 24.08.10 12:00 Alter: 7 Jahre

Die Zukunft von Märkten vorhersagen
s-lab entwickelt automatische Markt-, Trend- und Stimmungsanalyse für Unternehmen

Autor: Katharina Bätz

Schneller an Informationen gelangen: Henning Wachsmuth (s‑lab) entwickelt die Software zur automatischen Marktanalyse (Foto: Nadija Pejic)

Paderborn. Für private Internet-Nutzer sind Suchmaschinen wichtige Helfer, wenn es darum geht, auf möglichst schnellem Weg passende Informationen zu finden. Sollen allerdings viele verschiedene Meinungen zu einem Thema gesammelt werden, zieht sich ein solcher Suchprozess oft in die Länge. Was, wenn zum Beispiel Wirtschaftsunternehmen zielsicher Auskünfte über eine gewisse Branche erhalten und Prognosen über sie erstellen möchten? – Dann nämlich wird die schnelle und richtige Informationsbeschaffung über das Internet ungleich wichtiger.<p/>
Um nicht nur den privaten Nutzern sondern insbesondere auch kleinen und mittelständischen Unternehmen das Erschließen von Informationsquellen im Internet zu erleichtern, arbeiten Forscher des Software Quality Lab (s‑lab) der Universität Paderborn in einem Projekt des Bundeministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) aktuell an der Entwicklung so genannter Information-Extraction-Technologien für Business-Anwendungen (InfexBA).

Ziel der Forschergruppe ist es, gemeinsam mit drei weiteren Partnern Techniken der Informationsgewinnung für Markt-, Trend- und Stimmungsanalysen zu erforschen. „Wir wollen eine Technologie entwickeln, die auf der Basis von Internet-Texten eine automatische Prognose über einen bestimmten Markt erstellen sowie Trends und Stimmungen zu Produkten automatisch identifizieren kann“, erklärt s‑lab-Mitarbeiter Henning Wachsmuth.

Mit Hilfe informationsverarbeitender Technologien werden aus der Vielzahl an Artikeln im Internet jene Dokumente herausgesucht, die Aussagen über die Umsätze von Firmen oder Märkten enthalten. Wenn in diesen Aussagen sowohl Zeit- als auch Geldinformationen vorhanden sind, entscheidet ein Verfahren der künstlichen Intelligenz automatisch darüber, ob es sich um eine Umsatzaussage handelt.

Durch Information Extraction wird für die Unternehmen der Prozess des Suchens für das Erstellen einer Markt-, Trend- oder Stimmungsanalyse also deutlich vereinfacht. Dabei „ist uns aber sehr wohl bewusst, dass die Güte unserer Prognosen nicht mit der eines Experten mithalten können“, zeigt sich Henning Wachsmuth realistisch. „Unsere Technologie hilft jedoch, wesentlich schneller und umfassender an die relevanten Informationen zu gelangen.“

Ein nächster Schritt für die Forscher wird es sein, ein Lernverfahren, das Firmen- und Marktnamen im Text identifiziert, in die aktuelle Technologie zu integrieren. „Insgesamt sind wir mit dem Projektverlauf bisher sehr zufrieden, wir haben wichtige Teilziele erreicht“, so Henning Wachsmuth. Teilziele sind der Forschergruppe um Projektkoordinator Prof. Dr. Gregor Engels jedoch nicht genug: „Wir müssen in den nächsten sechs Monaten noch hart arbeiten, um das Projekt erfolgreich zu Ende zu führen“, sagt Wachsmuth.

Beteiligt am Projekt sind neben dem Paderborner s‑lab auch die beiden Software-Unternehmen Resolto Informatik und Digital Collections sowie die Bauhaus-Universität Weimar. Im Rahmen des BMBF-Förderprogramms „KMU-innovativ: IKT“ wird das Projekt außerdem mit 750 000 Euro unterstützt.

Kontakt:
Henning Wachsmuth
s-lab – Software Quality Lab
05251 60-3359
hwachsmuth[at]s-lab.upb.de


Kontakt: Patrizia Höfer, Institut für Informatik, 05251 60-3341, hoefer[at]upb.de