Prof. Dr. Christian Scheideler

»Das Internet bietet eine Vielzahl an Möglichkeiten, um alle Arten von Diensten anzubieten. Damit diese Dienste eine große Anzahl an Benutzern verkraften können, ist es sehr wichtig, Architekturen zu verwenden, die hochgradig skalierbar und robust sind. Wir erforschen dafür die Grundlagen.«

Freitag, 20. April 2012 20.04.12 11:53 Alter: 6 Jahre

it´s OWL – Nach dem Erfolg ist vor dem Erfolg
Spitzencluster fährt die Produktion hoch

Grafik: it´s OWL – Clusterpartner der Region (Quelle: © OstWestfalenLippe GmbH)

it´s OWL – Intelligente Technische Systeme OstWestfalenLippe – dieses Schlagwort wird in den nächsten Jahren prägend für die Region sein. 127 ansässige Unternehmen, 6 Hochschulen, 10 hochschulnahe Kompetenzzentren und 30 wirtschaftsnahe Organisationen aus den Bereichen Maschinenbau, Elektro- und Elektronikindustrie sowie Automobilzulieferindustrie haben sich zusammengeschlossen, um in der Informations- und Kommunikationstechnik in den nächsten fünf Jahren eine Spitzenposition im globalen Wettbewerb zu erreichen. Dabei steht it´s OWL für die hohe Dichte starker Partner aus Industrie und Forschung. Als einziges Cluster im Bereich Produktion konnte es die Bundesregierung auf Anhieb überzeugen – und erhält für die Entwicklung neuer Technologien 40 Millionen Euro.

Ziel ist, Mechatronik weiter zu entwickeln zu Systemen mit inhärenter Intelligenz – adaptiv und robust, vorausschauend und benutzerfreundlich: Intelligente Technische Systeme reagieren im laufenden Betrieb auf veränderte Umgebungsbedingungen und passen sich diesen autonom an. Sie bewältigen unerwartete Situationen und können, basierend auf Wissen vorhergehender Erfah-rungen, Gefahren frühzeitig erkennen und Strategien zur Bewältigung entwickeln. Dabei berücksichtigen sie das spezifische Benutzerverhalten. Darüber hinaus vernetzen sie sich dynamisch mit anderen Systemen zu so genannten „Cyber-Physical Systems“ und bewältigen so gemeinsam hochkomplexe Aufgaben.

In den nächsten fünf Jahren hat it´s OWL viel vor: In fünf großen Querschnitts-Projekten entwickeln die Clusterpartner gemeinsam grundlegende Technologien zu den Themen Selbstoptimierung, Mensch-Maschine-Interaktion, Intelligente Vernetzung, Energieeffizienz und Systems Engineering – und schaffen damit eine Basis für Innovationen und Technologietransfer. In weiteren 34 hervorragenden Innovationsprojekten arbeiten Industrie und Hochschulpartner kontinuierlich zusammen. Die Nachhaltigkeit der Projekte sichern acht ausgefeilte Maßnahmen.

Mehrere Forschungsinstitutionen am Standort Paderborn werden sich an den Entwicklungen beteiligen und Innovationen beisteuern: die Projektgruppe Entwurfstechnik Mechatronik des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnologie (IPT), die Abteilung Advanced System Engineering des Fraunhofer-Instituts für Elektronische Nanosysteme (ENAS) sowie die Universität Paderborn mit dem Heinz Nixdorf Institut (HNI), dem Direct Manufacturing Research Center (DMRC) und der Elektrotechnik mit den Fachgebieten Leistungselektronik und Elektrische Antriebstechnik sowie Sensorik. Auch die Paderborner Informatik ist durch das C-LAB und das s-lab sowie durch Prof. Dr. Wilhelm Schäfer und Dr. Matthias Meyer mit ihrer Abteilung für Softwaretechnik in der Fraunhofer-Projektgruppe Entwurfstechnik Mechatronik vertreten.

Eine Herausforderung im Spitzencluster ist die Kommunikation zwischen den vielen Beteiligten aus Industrie und Forschung: Unter der konzeptionellen und strategischen Leitung von Prof. Dr.-Ing. Jürgen Gausemeier des Heinz Nixdorf Institut und mit der Unterstützung der Universität Paderborn beim Clustermanagement werden die verschiedenen Ideen, Innovationen und Pläne zusammengeführt.

Nach dem Erfolg ist vor dem Erfolg – derzeit gehen die ersten Forschungsanträge an die Bundesregierung. Im Juli sollen die Projekte starten, vorrangig die Querschnitts-Projekte. Nach zwei Jahren ist der erste große Meilenstein fällig:  die ersten Prototypen müssen vorliegen und werden vom Bundesministerium für Bildung und Forschung erneut begutachtet.

Für die Zukunft hat it´s OWL große Pläne: Spitzenkräfte vermehrt in die Region holen, 80.000 Arbeitsplätze sichern und 10.000 neue schaffen – zum Teil noch während der Laufzeit. 50 innovative Unternehmensgründungen sind anvisiert sowie 5 neue Forschungsinstitute. 500 weitere Wissenschaftler und 4 einschlägige Studiengänge mit 500 Studierenden pro Jahr sollen in der Region beschäftigt bzw. eingerichtet werden.

Die internationale Spitzenposition wird ausgebaut und gesichert, und in der Zukunft wird es weitere attraktive Vorhaben geben.

http://www.its-owl.de/

(Autorin: Jana Neuhaus)


Kontakt:
Dr. Matthias Meyer
Abteilungsleiter Softwaretechnik
Projektgruppe Entwurfstechnik Mechatronik
Fraunhofer-Institut für
Produktionstechnologie IPT
Zukunftsmeile 1, 33102 Paderborn
05251 5465-122
Matthias.Meyer(at)ipt.fraunhofer.de
Dateien:
FiS_April2012.pdf373 K
Kontakt: Patrizia Höfer, Institut für Informatik, 05251 60-3341, hoefer[at]upb.de